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  Olaf Gedanitz

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NEWS:

Der  Büroimmobilienmarkt der Zukunft
Arne Degener


Die Zukunft hat längst begonnen. Das  gilt auch für die deutschen Büroimmobilienmärkte, die sich nach dem  Durchschreiten der wirtschaftlichen Talsohle allmählich beleben. Wohl  dem, der in der aktuellen Situation den Blick nicht ängstlich gen Boden  gerichtet hat. Denn Zeiten der Krise bergen oftmals die Chance,  Bisheriges zu überdenken und sich Gedanken über zukünftige Entwicklungen zu machen. Das hat die Deutsche Hypo, eine Tochter der Nord LB, nun  versucht und eine Studie mit dem ambitionierten Titel "Büromärkte der  Zukunft" veröffentlicht.

Um es vorwegzunehmen, über die  vielgerühmte Glaskugel verfügt auch Dr. Günter Vornholz, Autor der  Untersuchungsergebnisse und Chef-Immobilien- Researcher der Deutschen  Hypo, nicht. Aber gerade das macht einige seiner Überlegungen durchaus  diskussionswürdig. Ausgehend von der Tatsache, dass demographische  Entwicklung, technischer Fortschritt und Nachhaltigkeit die  entscheidenden Kriterien sind, die die Büromärkte und damit auch die  einzelne Büroimmobilie prägen werden, analysiert er die einzelnen  Komponenten im Hinblick auf ihren Einfluss auf die Büromärkte.

Vor allem bei der Demographie lenkt er den Fokus einmal in eine andere  Richtung als meist üblich. Egal welcher der zahlreichen Thesen zur  deutschen Bevölkerungsentwicklung man anhängt, fest steht: Wir Deutschen werden in Zukunft weniger werden. Doch heißt das automatisch, dass bald auch weniger Menschen einen Büroarbeitsplatz benötigen? Die Studie sagt "Nein"! Denn während wir weniger werden, wächst die Weltbevölkerung,  vor allem in Asien, weiter. Als Exportnation profitieren wir von dem  damit verbundenen steigenden Nachfragepotential.

Das fördert das  Wirtschaftswachstum und gleicht die sinkende Binnennachfrage mehr als  aus. Dadurch wiederum erhöht sich in einer Dienstleistungsgesellschaft  die Zahl der Büroarbeitsplätze eher, als dass sie sinkt. Außerdem federt eine steigende Erwerbstätigenquote die Verringerung des  Erwerbspersonenpotentials ab. Zudem ist laut Ifo-Institut die  Beschäftigungsschwelle relativ. Daraus folgt, dass bereits eine geringe  Erhöhung des Bruttoinlandprodukts zu einem positiven  Beschäftigungseffekt führt. Da in Deutschland rund drei Viertel aller  Beschäftigten im Dienstleistungsleistungssektor, der traditionell einen  hohen Büroarbeitsplätzeanteil hat, tätig sind, ist von positiven  Aspekten für den Büromarkt auszugehen. Auch die technologische  Entwicklung wird die Büroimmobilien künftig weiter prägen. Aktuell  ergibt sich in Deutschland ein Flächenbedarf von etwa 30 Quadratmetern  pro Büroarbeitsplatz. Das ist im internationalen Vergleich ein relativ  hoher Wert. In den Niederlanden und Skandinavien liegt er bei rund 20  Quadratmetern. In Deutschland schreibt zudem die  Arbeitsstättenverordnung eine "ausreichende" Größe als Anforderung für  Büroflächen vor. Letztlich aber spricht, meint Vornholz, der soziale  Aspekt gegen stärkere Einsparungen bei der Flächeninanspruchnahme in  Deutschland. Arbeitnehmer fühlen sich in kleinräumigen Büros nicht wohl. Dies beeinträchtige die Mitarbeiterzufriedenheit und damit auch die  Leistungsfähigkeit. Moderne Nutzungskonzepte und hierfür geeignete  Immobilien werden zwar den Flächenbedarf je Büroarbeitsplatz  gegebenenfalls reduzieren, aber nicht auf das niedrige Niveau anderer  Länder.
Trotzdem werden sich die Strukturen in der Büroarbeit durch  den Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologie weiter  wandeln. Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an. In dessen Folge  entstehen flexible Strukturen hinsichtlich Zentralität, Arbeitszeit und  Arbeitsort. Das durch Zeitorientierung und Kontrolle geprägte  Büroarbeitsmodell wird dabei aufgelöst. Auch die Trennung von Arbeit und Freizeit wird fließend, da praktisch von jedem Ort aus gearbeitet und  kommuniziert werden kann.

Bürokonzepte



Das wird zu neuen Formen des Büros führen. Aber, und das  ist entscheidend, ohne ein Büro als Mittelpunkt der betrieblichen  Kommunikation und des persönlichen Gedanken- und Ideenaustauschs wird es auch in der Zukunft nicht gehen. Demnach ist trotz des Einsatzes  modernster Kommunikationstechnologien nicht vom Untergang der real  existierenden Bürowelt auszugehen. Die grundsätzliche Konzentration auf  einige Bürohochburgen wird sich ebenfalls nicht wesentlich wandeln, auch wenn dezentral mehr Bürofläche entstehen wird. In puncto Nachhaltigkeit werden die Bereiche ökologie, ökonomie und Gesellschaft als  gleichwertig angesehen. Dabei verfolgt die ökologische Nachhaltigkeit  das Ziel, Natur und Umwelt zu erhalten. Die ökonomische Nachhaltigkeit  erfordert eine dauerhaft tragfähige Wirtschaftsweise, die insbesondere  Folgen für die Nutzung natürlicher Ressourcen durch eine Generation hat. Die gesellschaftliche Dimension der Nachhaltigkeit zielt auf die  Entwicklung einer dauerhaft lebenswerten Gesellschaft. Das klingt nach  Sozialromantik, beschreibt aber im wesentlichen die heute gültigen  Ansprüche an ein verantwortungsvolles Staatswesen. Bereits heute spielen diese Aspekte in der Immobilienwirtschaft eine Rolle. Eine schon  beinahe inflationäre Flut von Nachhaltigkeitszertifikaten ist ein  Spiegel des Wunsches nach verantwortungsvollem Handeln, das man gern  bestätigt haben möchte. Das Lüftungs- und Heizungssysteme,  Baumaterialien und Energieversorgung in Zukunft eine zunehmende Rolle  beim Errichten von (Büro)Immobilien spielen werden, ist damit  vorprogrammiert. Ein Prophet muss man hierfür nicht sein. Das wird  schlicht in Zukunft Standard sein.

Dementsprechend wandelt sich  das Angebot auf dem Büroimmobilienmarkt. Veraltete konventionelle  Objekte ohne Möglichkeit der Sanierung und anschließender Zertifizierung werden in der Konsequenz daraus Probleme haben, Nutzer zu finden. Auch  das ist nicht neu, sondern eine Fortführung der Geschichte der  Büroimmobilien. Projektentwickler und Bauherren, die an den Zeichen der  Zeit vorbei agieren, hatten es schon immer schwer. Leerstände und  geringe Mieteinnahmen waren die Folge. Das wird so bleiben.

Fazit: Die gesellschaftlichen Veränderungen führen zu einer Anpassung des  Angebots auf den deutschen Büroimmobilienmärkten. Anbieter, die das  negieren, werden in schwieriges Fahrwasser geraten, aber ein Untergang  des Büroimmobilienmarktes ist auch in Zukunft nicht zu befürchten.

Quelle: IMMOBILIEN weeky

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